18.12.2012
ABSTRACT
TRYnation (working title)

Als Antwort auf eine immer grösser werdende Nachfrage nach einer ganzheitlichen Lebensweise und gesunden und fair hergestellten Produkten entstehen weltweit immer mehr Projekte im Rahmen der Urbanen Agrikultur. Die Idee vieler Kooperative ist es eine regenerative Landwirtschaft zu fördern und die Lebensmittel auf schnellstmöglichem Weg vom Produzenten zum Konsumenten zu bringen. Im ersten Abstract meiner Diplomarbeit habe ich als Ziel gesehen möglichst viele Leute dazu zu bringen ein Projekt wie zum Beispiel die Lebensmittel Gesellschaft Basel (LGB*) zu nutzen. Nun denke ich aber, dass das nicht mehr der Ansatz ist den ich verfolgen möchte. In einem ersten Abschnitt meines Diplomprojektes möchte ich versuchen in grenzüberschreitendem Brachland einen Gemeinschaftsgarten im grösseren Rahmen zu lancieren.  Neben Hüningen (Huningue) und Weil am Rhein ist St. Louis eine der direkten Nichtschweizer Nachbarstädte von Basel und Teil der Trinationalen Agglomeration Basel.

In St. Louis gibt es große Flächen von brachliegendem Land. Im Hinblick auf die trinationale Diskussion der Ausweitung von Basel wäre es höchst interessant in diesem Gebiet solch ein Vorhaben zu realisieren. Denn solch ein Projekt ist enorm vielschichtig und trägt unteranderem zur besseren Landesgrenzen-überschreitenden Kommunikation und Zusammenarbeit bei. Im Vergleich zu einem Schrebergarten wie wir ihn hier in Basel schon eine geraume Zeit kennen, grenzt sich ein Gemeinschaftsgarten nicht von der Außenwelt ab. Es sollte ein Garten entstehen der sich gegenüber der Stadt  und dessen Bewohner öffnet, ein Garten welcher mit den Stadtbewohnern Kommuniziert und so organisch in genau diesen Austauschverhältnissen wächst.  Der Garten definiert sich durch die Offenheit für Kooperationen mit Menschen aus den verschiedensten Wissensgebieten.  Besonders reizt mich an diesem Vorhaben die kulturelle und geschichtliche Andersartigkeit im französischen St. Louis. Der Aspekt der grenzüberschreitenden Kommunikation und Zusammenarbeit hebt das Projekt von herkömmlichen Gemeinschaftsgärten ab. Solch ein Garten steht nicht nur  für urbane Landwirtschaft, für ”local food for local pople”, sondern auch für einen öffentlichen Raum der sowohl das poetische und nahrhafte Grün thematisiert und gleichzeitig ein Sozialisierungs- und Begegnungsraum zweier Nationen darstellt. Ziel ist, dass sowohl die basler als auch die St. Louiser  Bevölkerung aktiv am Projekt partizipiert.

Der öffentliche Garten soll als Ort der Begegnung für unterschiedliche Gesellschafts- und Nutzergruppen wahrgenommen werden.  Für dieses Vorhaben erarbeite ich ein detailliertes  Konzept. Dafür habe ich mit meinem Bruder als Gründer und Vorstandsmitglied des Vereins Urban Agruculture Netz Basel  und Initiand des Gemeinschafsgarten Landhof einen, kompetenten Partner.  Dieses Konzept dient als Kommunikationsmittel um mögliches Brachland zur “Zwischennutzung” im   trinationalen Agglomerationsraum von Basel zur Verfügung gestellt zu bekommen. Auch bin ich Diesbezüglich mit Dirk Lohaus von der IBA in Kontakt .

Eine zweit Ebene meines Diplomprojekts ist die Dokumentation dieses Prozesses.
Im Bereich der CSA (community supportet agriculture)  scheint es mir sehr wichtig das gewonnen Wissen solcher Projekte frei zur Verfügung zu stellen.  Durch den einfachen aber bedeutenden Input von Silke Helfrich, nämlich dass Wissen eines der wenigen Ressourcen ist welches sich vermehrt wenn man es teilt, und durch Recherchen habe ich gemerkt dass es in diesem Bereich an bereitgestelltem Wissen fehlt. Zwar gibt es sehr viel praktische Erfahrung. (Fast in jeder Stadt gibt es Projekte die sich in diesem Themenfeld einsetzen) an Dokumentationen, Vernetzungen und Veröffentlichungen der gewonnenen Erfahrungen  mangelt es aber offensichtlich.

Diese Zweite Ebene soll eine  Backup Funktion haben.
Wenn ich nach etlichen Anstrengungen kein Brachland zur Realisierung des oben beschrieben Projektes  zur Verfügung gestellt bekomme, werde ich mich mehr auf  das Bereitstellen von Wissen solcher Projekte konzentrieren. Meine “Projektwebpage” sollte also von Anfang an ausbaufähig aufgebaut sein und im Falle eines “Scheiterns” auch zu einer Wissensplattform umfunktioniert werden können

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In Bezug auf die LGB könnte solch eine Wissensplattform folgenden Einfluss haben:
Anstatt dass die LGB immer mehr Mitglieder akquiriert  und somit der administrative Aufwand immer grösser wird, entstehen je nach Bedarf eigene kleine autonome LGB’s und anstatt dass jemand versuch sich in ein bestehendes Projekt einzubringen startet er sein eigenes Projekt,  profitiert aber vom bereits gewonnenen Wissen seiner Vorläufer. So entstehen viele kleinere Gemeinschaften welche aber alle miteinander vernetzt sind.  Jedes einzelne Projekt hat einen Erfahrungswert der auf einer Plattform geteilt wird.
Der Output meiner Arbeit wird also in diesem Falle mehr in Richtung einer Plattform gehen. Aus meiner Dokumentationswebpage soll dann ein Instrument entstehen um Wissen und Erfahrungswerte bezüglich CSA Projekten auszutauschen (vorerst im kleinen Rahmen).