18.12.2012
Bewusster und nachhaltiger Fleischgenuss

Diplomprojektbeschreibung

Klimawandel, Kriege, Hunger und Dürre sind Probleme, welche durch die Medien tagtäglich an uns herangetragen werden. Dass diese Gegebenheiten vom Menschen grösstenteils selbst verschuldet sind, belegen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen. Durch die zunehmenden, öffentlichen Diskussionen über Themen wie CO2- und Wasserverbrauch zeigt sich, dass dem Menschen die Augen langsam geöffnet werden. Es scheint, dass die Einsicht wächst, so nicht weiter machen zu können. Von der Annahme ausgehend, dass der Mensch sein Konsumverhalten grundlegend ändern muss – sofern er das Überleben längerfristig sichern will – wäre aktives Handeln der effektivste Lösungsansatz für die genannten Probleme.

Doch warum passt man sein Verhalten nicht an? Ist es den Konsumierenden schlicht und einfach egal? Oder sind die Konsumierenden überfordert durch die schiere Masse an Möglichkeiten, welche das „Können“ verschütten? Oder ist es das Aufgeben von Gewohnheiten, welches nicht in Kauf genommen werden möchte? Bei vielen Menschen besteht die Überzeugung, dass sie etwas verändern und sie sich in einer Form engagieren möchten. Es muss sich etwas ändern, aber es ändert sich nur etwas, wenn es auch Freude bereitet und nachvollziehbar ist.

Meine Diplomarbeit zielt darauf ab, aus der Glück-durch-Konsum-Gesellschaft eine Gesellschaft des Genusses zu entwickeln, die das Glück im Ausgewählten und damit auch im Verzicht findet. Lebensfreude durch bewussten Konsum, das ist das Motto. Da der Konsum von Fleisch in den letzen Jahren stetig gestiegen und in diesen Mengen ethisch, wie auch ökologisch bedenklich ist, werde ich mich ausschliesslich darauf fokussieren.

Fragestellung und Zielsetzung des Projektes

Ich möchte der Frage nachgehen, wie es möglich ist, einerseits das Bewusstsein der VerbraucherInnen von Fleischprodukten zu schärfen und sie andererseits dazu zu bewegen, mit mehr Bedacht zu konsumieren. Das Ziel ist es, sie so näher an ein Produkt zu bringen, um diesem eine grössere Wertschätzung zukommen zu lassen und die weltweit für Lebensmittel zur Verfügung stehenden Ressourcen nachhaltiger zu nutzen. Ich möchte in meiner Arbeit eine Leichtigkeit im Handeln evozieren, weg von der Wiedergutmachung hin zum gut machen. Nach vorne gerichtet und positiv. Dies will ich angehen, indem ich mittels Fakten und der während der Recherche-Phase zu erarbeitenden Methodik, die intrinsische Motivation anrege, einen bewussten und nachhaltigen Fleischkonsum zu verfolgen. Als Zielpublikum sehe ich jene Personen, welche sich bereits mit den Auswirkungen des eigenen Handelns auseinandersetzen und gewillt sind, ihr Verhalten zu ändern, den Schritt aber noch nicht gewagt haben oder vielleicht überfordert sind, damit zu beginnen. Diesen Menschen möchte ich es möglichst einfach machen, ihr Verhalten zu ändern.

Methodik

In der ersten Phase werde ich durch gezielte Recherchen im Internet, in Filmen und Büchern sowie über Analysen bestehender Projekte und Interviews, Fakten zum Fleischkonsum zusammentragen. Hierbei richte ich das Augenmerk auf Konsumierende aus der Schweiz und den damit im Zusammenhang stehenden, globalen Auswirkungen. Des Weiteren werde ich Labels und bereits umgesetzte Projekte, welche sich mit nachhaltigem und bewusstem Fleischkonsum befassen, näher betrachten und analysieren. Das daraus gewonnene Wissen werde ich in meine Arbeit innerhalb der Phasen 2 und 3 einfliessen lassen.

In Phase 2 möchte ich mit Konsumierenden und Produzierenden die Möglichkeiten und Werkzeuge erarbeiten, welche einen nachhaltigen und bewussten Fleischkonsum erlauben und der Frage nachgehen, mit welcher Seriosität und Methodik das Thema vermittelt werden muss, um das gewünschte Zielpublikum anzusprechen und ein Umdenken zu fördern.

In Phase 3 möchte ich die in Phase 2 erarbeiteten Möglichkeiten und Werkzeuge im Detail konzipieren, umsetzen und so einen Zugang zum bewussten und nachhaltigen Fleischkonsum bieten, der die Konsumierenden motiviert, in diesem Sinne zu agieren.

Zeitplan

Phase 1, Dezember 2012 bis Februar 2013
Recherchen zur fundierten Aufarbeitung des Themenfelds „Bewusster und nachhaltiger Fleischgenuss“, sowie Suche von Partnerorganisationen, Konsumierenden und Produzierenden.

Phase 2, Januar bis März 2013
Ideenerarbeitung zu Werkzeugen und Handlungsmöglichkeiten zusammen mit Konsumierenden und Produzierenden, mittels Gesprächen, Interviews und Workshops.

Phase 3, Ab März 2013
Konzeption und Umsetzung der in Phase 2 erarbeiteten Werkzeuge und Handlungsmöglichkeiten

Mögliche Partner

Ich möchte namhafte Umwelt- und Nichtregierungsorganisationen, welche sich bereits in diesem Themenfeld engagieren, für mein Projekt gewinnen und miteinbeziehen. Durch deren Unterstützung werde ich mehr Glaubwürdigkeit und eine grössere Zielgruppe erreichen können. Um ein authentisches Endprodukt zu erarbeiten, erhoffe ich mir Landwirtschaftsbetriebe, Metzgereien und lokales Kleingewerbe involvieren zu können.