12.11.2012
Abstract

Gesellschaft des Genusses

CO2-Fussabdruck, lokale Produkte und saisonaler Konsum sind einige Bedeutungsfelder von welchen schon seit mehreren Jahren immer wieder die Rede ist. Ausgehend von der Annahme, dass sich in unserem Konsumverhalten grundlegend etwas ändern muss, wird diesen Begriffen eine grosse Bedeutung zugeschrieben. Allerdings wird durch die schiere Masse an Möglichkeiten das Können verschüttet. Zudem nicht die Lebensfreude durch bewussten Genuss unterschiedlichster Güter im Fokus steht, sondern das Müssen und das Sparen.

Wir leben in einer Zeit, in der wir an allem Schuld sind. Am Klimawandel, Kriegen, Hunger, Dürre. Immer ist der Mensch schuld. Und sein Handeln wäre die Lösung. Das mag so sein, fördert allerdings einen allgemeinen Fatalismus und erschwert es, Freude dabei zu empfinden und nachhaltig zu agieren. Bei vielen Menschen besteht die Überzeugung, dass sie etwas verändern und sich in einer Form engagieren möchten. Es muss sich etwas ändern. Aber es ändert sich nur etwas, wenn es auch Freude bereitet und nachvollziehbar ist.

„Kaufe ich lieber Bio oder Produkte aus der Region? Bin ich besser, weil ich keine Jeans trage, die bis zu 6000 Liter Trinkwasser pro Hose verbraucht? Oder auf ein Auto verzichte, dass bis zu 300‘000 Liter verbraucht? Welchen Wert hat welche Handlung und für welche entscheide ich mich? Wann und wie kann ich Haltung bewahren?“

Ich möchte der Frage nachgehen, wie es möglich ist, das Bewusstsein der VerbraucherInnen zu schärfen und sie dazu zu bewegen, mit mehr Bedacht zu konsumieren, sie so näher an ein Produkt zu bringen, um diesem eine grössere Wertschätzung zukommen zu lassen. Ich möchte in meiner Arbeit ein Leichtigkeit im Handeln evozieren. Weg von der Wiedergutmachung zur Gutmachung. Nach vorne gerichtet und positiv. Dies will ich angehen, indem ich mittels Fakten und Humor die intrinsische Motivation anrege.

Bestehende Standards und Labels möchte ich näher betrachten und das daraus gewonnene Wissen in meine Arbeit einfliessen lassen. Die Essenz meiner Recherchen möchte ich leicht verständlich aufbereiten und einem breiten Publikum zugänglich machen. Hierbei will ich der Frage nachgehen, mit welcher Seriosität das Thema vermittelt werden muss, um das gewünschte Zielpublikum anzusprechen und ein Umdenken zu fördern. Als Zielpublikum sehe ich jene Personen, welche sich bereits mit den Auswirkungen des eigenen Handelns auseinandersetzen und gewillt sind, ihr Verhalten zu ändern, den Schritt aber noch nicht gewagt haben oder schlicht überfordert sind, damit zu beginnen. Diesem Teil unserer Gesellschaft möchte ich mit meiner Arbeit einen spielerischen Zugang zum Themenfeld des bewussten Konsums und Handelns bieten, sie motivieren in diesem Sinne zu agieren und entsprechende Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Zur Findung der geeigneten Form werde ich mich von bereits umgesetzten Werbekampagnen und künstlerischen Projekten inspirieren lassen und auch experimentelle Ansätze verfolgen.

Meine Diplomarbeit ist das Experiment, aus der Glück-durch-Konsum-Gesellschaft eine Gesellschaft des Genusses zu entwickeln, die das Glück im Ausgewählten und damit auch im Verzicht findet.