22.9.2012
First Impressions

Hier sind wir nun also. Hier wo die Krise am stärksten zugeschlagen hat. Hier wo sich die Leute auf neue oder alt bewährte Gesellschaftsformen einlassen wollen.
Nachdem wir gut angekommen sind und lecker gegessen haben, machen wir uns auf die suche nach ihnen. Die versprochenen Gemeinschaften sind schnell gefunden und ich entscheide mich dafür, die gemeinschaft Mikropolis mir einmal genauer anzuschauen. In zentraler Lage, neben einem trendigen Männer-Modehaus liegt der gut versteckte Eingang zu diesem Kollektiv. Im inneren des Hauses gibt es eine Bar die am mittag Essen serviert, einen kleinen Laden welcher lokale Produkte anbietet, eine Kleidertauschbörse und eine Bibliotheke mit Buchhandlung.
Eine Gruppe von der Kriese getroffenen hat sich zusammen getan und sich in dieses Haus eingemietet. Als wir es uns an einem der kleinen runden Tische in der wohnzimmerartigen Atmosphäre im ersten stock gemütlich machen, spüren wir schon die ersten komischen Blicke auf uns. Vasiliki, eine griechische Studentin die wir schon aus Basel vom Hyperwerk kennen, klärt die verwunderten Leute auf das wir hier sind um etwas über ihr Projekt zu erfahren. Schnell wird uns klar gemacht das dies nicht der richtige Zeitpunkt dafür wäre und wir doch lieber an einem Nachmittag wiederkommen sollen, da da der Andrang nicht so gross sei und man mehr Zeit für ein Gespräch habe. Deshalb entschliessen wir uns erstmal dafür, das lokale Bier und den honig gesüssten Raki zu probieren. Der süsse raki und das lokale bier fliessen bis tief in die Nacht und erste Kontakte zur einheimischen Bevölkerung werden geknöpft.

Für den zweiten Besuch im Mikropolis wählen wir die Mittagszeit, da man uns ein Preiswertes und leckeres Essen versprochen hat. Das Versprechen wird mehr als eingehalten und für günstige fünf Euro bekommen wir einen Teller mit Hähnchenschenkel, Kartoffeln und dazu einen Teller Salat und wieder die obligaten komischen blicke. Woher wir kommen will wieder einer wissen, und die Antwort wir seien aus der Schweiz scheint ihn noch nicht zufrieden zu stellen. Wieso wir denn hier im Mikropolis seien wenn wir so viel Geld hätten fragt er. Wir versuchen ihm zu erklären das auch in der Schweiz die Studenten nicht im Geld schwimmen würden aber er will und dies nicht recht abnehmen. Die Skepsis uns gegenüber ist immernoch sehr gross, jedoch kann Vasiliki uns ihren bekannten die im Haus eigenen Laden arbeiten vorstellen. Da diese jedoch kein wort Englisch sprechen fällt es uns auch hier schwer an Informationen über das Projekt heran zu kommen. Als dann ein leicht angetrunkener Grieche wiederholt Geld von uns fordert um seinen kaputten Velo reifen reparieren zu können beschliessen wir, das Haus wieder zu verlassen.

Wir werden sicher noch einen Versuch wagen mit einem der Mitinitianden des Mikropolis Projektes ein Gespräch zu führen, für heute steht jedoch ein Strassenmarkt auf unserer Liste welcher von den verschiedenen Sozial-Kollektiven der Stadt organisert wird.