OpenHouse

Die Studienreise

Das Studienjahr beginnt als Reise. Wir starten in Thessaloniki / Griechenland und in Istanbul / Türkei und gehen der Frage nach: Wie organisieren sich Menschen im raschen Wandel und in existentiellen Situationen?

Gegensätzliches und Ähnliches begleitet uns auf der Reise: Thessaloniki hat bis zum grossen Bruch in den 20er Jahren eine grosse türkische Einwohnerschaft, Istanbul ist noch heute Sitz des Patriarchen der griechisch-orthodoxen Kirche – ein Relikt des byzantinischen Konstantinopel.

Die Ausstellung am OpenHouse 2013 setzt sich mit Gemeinschaften im Wandel und in der Krise auseinander. Neben den Erlebnissen, Erfahrungen und persönlichen Eindrücken der Studierenden in Thessaloniki und Istanbul, werden auch Informationen und Stimmungen aus den beiden Städten vermittelt. Die Ausstellung ist räumlich und thematisch in zwei Teile geteilt.

Raum 1: Gemeinschaften im Wandel und in der Krise

Im ersten Teil werden verschiedene Gemeinschaften in der Krise und im Wandel portraitiert. An den Wänden hängen Porträtfotos aus Istanbul, welche die verschiedenen Facetten und Gemeinschaften der türkischen Metropole zeigen.

Video Mindmap

Auf dem Tisch sind neun iPads ausgelegt,welche anhand von Linien und Begriffen als eine Art Mindmap thematisch miteinander verbunden sind. Es wird allerdings keine Semantik angeboten, die Assoziationen werden den Besuchern überlassen. Auf den iPads laufen verschiedene Portraits und Interviews im Loop, welche über die beiliegenden Headsets angeschaut werden können.

 

Die Leuchtkästen

Die Fenster des Ausstellungsraums sind als Leuchtkästen gestaltet und verleihen den Raum eine räumliche und thematische Einheit.

Raum 2: Städte im Umbruch

Der zweite Teil steht unter dem Motto: the future is bright! Das ganze ist als Baustelle/Ausgrabungsstelle gestaltet. Es geht um Stadtentwicklung im weitesten Sinne. Thematisiert wird der ewige Bau der U-Bahn in Thessaloniki und die Gentrifizierung in Istanbul.

THE FUTURE IS BRIGHT- THESSALONIKI UND SEINE METRO

Seit den 80er Jahren wird in Thessaloniki an einer Metro gebaut. Frühestens 2018 wird sie fertig sein. Immer wieder stocken die Bauarbeiten weil entweder das Geld fehlt oder archäologische Funde den Bau unterbrechen. Das hindert die Griechen jedoch nicht daran, sie im Stadtplan schon mal einzuzeichnen. Wer 2012 die Tsimiski Strasse entlanggeht, kann in die Schächte hinunterblicken, in denen das Alte rekonstruiert und das Neue gebaut wird. In mühsamer Kleinarbeit wird Erde gesiebt, um das Wertvolle der eigenen Geschichte zu bewahren. Ein Bizzares Aufeinandertreffen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und eine Metapher für die Herausforderungen der Krise.

ISTANBUL, DIE STADT DER GIER

Einige hundert Meter entfernt vom lebendigen, geschäftigen Taksim Platz in Istanbul hallt der Klang von Presslufthämmern durch die Strassen: der Abriss des ehemaligen griechischen Viertels Tarlaba?? ist bereits voll im Gange, trotz juristischer Einwände vonBewohnern, Architekten, Stadtplanern und Menschenrechtsgruppen. Bis zu 278 Gebäude sollen abgerissen werden um Platz für ein abgeschottetes Nobel-Quartier der Neureichen Istanbuls, der Gewinner und Spekulanten des Wirtschaftsbooms zu machen. Wo früher in kleinen winkligen Gassen und Strassen Kurden, Griechen und Roma zusammenlebten, werden luxuriöse Stadtvillen, Büros, teure Hotels und Einkaufszentren entstehen. Istanbul ist die Stadt der Gier.