Abstrakt

Das Projekt zeichnet sich durch die Behandlung eines hoch aktuellen Themas, der  «Auswanderung», was oft als negative Handlung verstanden wird. In vielen Fällen versucht man erst gar nicht die wahren Gründe einer solchen Entscheidung zu erfahren und lässt sich von Vorurteilen beeinflussen.

Der Schauplatz meines Projekts wird sich mehrheitlich in Litauen stattfinden. Einem europäischen Land welches im Schatten von wirtschaftsstärkeren Nationen und zur Zeit  touristisch attraktiveren Ländern steht. Ohne Recherche ist es kaum zu wissen, dass die Hauptstadt, Vilnius, in 2009 als Kulturhauptstadt ernannt wurde oder dass Litauen sehr stark von der europäischen Finanzkrise betroffen ist, welche als Faktor für die zur Zeit hohe Auswanderungszahl in Litauen gilt.

Litauerinnen und Litauer könnte man als Meister der Auswanderung bezeichnen. Bereits im 18. Jahrhundert machten sich zahlreiche Litauer – meist Bauern – nur mit dem nötigsten an Gepäck auf nach Amerika. In den letzten 20 Jahren sind über eine halbe Million Litauer/in ausgewandert. Das entspricht gut 1/6 der gesamten litauischen Bevölkerung. Heute wandern Personen mit einen Akademischen Grad oder Berufsbildung im Gepäck aus und sind meistens unter 34.

In Grund genommen überwiegen die positiven Aspekte den negativen bei allen betroffenen Parteien, der Auswander/die Auswanderin, den abgebenden und den aufnehmenden Land im Fall eines wirtschaftlichen Auswanderung.

Der Auswanderer:
-       Meist mit ein höheren Lohn entlohnt
-       Bessere Arbeitsbedingungen

Abgebenden Land:
-       Steuer
-       Muss weniger Sozialleistung leisten

Aufnehmenden Land
-       Arbeitskräfte
-       Fachwissen
-       (Kulturelle Vielfalt)

Was viele nicht Wissen ist, das die Auswanderung nicht als ein definitiver Entscheid gelten muss. Im Fall von Litauen kehren wie immer mehr Litauer/innen zurück ins Land, auch um die Wirtschaft anzukurbeln.

Ich verstehe die Kreativbranche als sehr Fähige zu einer positiven Entwicklung, um die Wirtschaft eines Landes ankurbeln. Sie sind fähig neue Ansätze und radikale Methoden zu entwickeln und sorgen gleichzeitig für eine reiche Kulturelle Diversität und können zum Teil die Attraktivität eines Standortes für Investoren und Firmeneigentümer erhöhen.

Mich interessiert die Phase des Auswanderung, der Entscheid eines Kreativschaffenden, ob ein UNI/FH Absolvent oder jemand mit einer Berufserfahrung, wie er diese Zeit des Entscheides erlebt, was seine Gründe sind und wie er sich dafür vorbereitet hat. Mich interessiert genauso, ob er sich über alternative Auswege nachgedacht hat.


Mission Statement

Aus den gewonnenen Erfahrungen, dem bestehenden Know-How und den Positiven Aspekten einer Auswanderung (loser Gedanke oder Durchführung), möchte ich ein Art persönliche Dokumentation erstellen. Der Zweck soll sich einerseits bei dem Porträtierten selbst zeigen. Bei der Durchführung meiner Arbeit soll dem potentiellen Emigrant zu einer vertieften Selbstreflexion führen und diese dokumentieren.  Dabei soll die Abwägung von Gewinn und Verlust klarer für ihn werden.

Ich behaupte die Kultur- und Kreativschaffenden sind die Anpassungsfähigsten und eignen sich daher als Person zum portraitieren. Mein Ziel wäre solche Personen aus Litauen zu finden, welche in der Auswanderung Prozess stehen und dieser zu interviewen, ihre Geschichte hören und mit ihnen den Alltag erleben. Die Art wie ihren Weg planen und vorgehen könnte andere Leute dazu motivieren über ihres Leben nachzudenken.

Das dabei entstehende Produkt versucht, eine schwierige persönliche Situation und ein eher negativ wahrgenommes Phänomen in eine verständliche und respektvolle Erfahrung umzuwandeln. Als weiteres könnte es als Vorbild für Personen dienen, die zwar in einem funktionierenden Staat leben, sich jedoch von ihrem eigenen perspektivlosen Leben benachteilig fühlen. Es könnte auch den Anreiz seine Fähigkeit/Persönlichkeit an Maximum zu bringen oder neue Wege einzuschlagen.