Diplomthemenbeschreibung – Flugangst und Gestaltung

Fragestellung und Zielsetzung

Kann man durch gezielte Raumgestaltung mit Licht, Farben, Materialien und Möbeln Flugangst lindern?
Mein Ziel ist es, genau das herauszufinden. Das höchste Ziel das ich mir dabei setzte ist, zu versuchen einen Bereich im Flughafen Zürich, den entsprechenden Kriterien zufolge, umzugestalten.

Abstract

Sehr viele Menschen aus meinem nahen Umfeld leiden unter Flugangst. Ich gehöre nicht dazu.
Laut einer Studie leiden ein Drittel der Menschheit unter Aviophobie (Flugangst) oder Unbehagen beim Fliegen. Die Betroffenen leiden oft unter Schweissausbrüchen, heftigem Herzklopfen, Atemnot, Übelkeit und Schwindel. In den Gedanken von Flugängstlichen spielen sich meistens Katastrophen ab, oft erwarten sie das Schlimmste. Bei manchen Menschen mit Flugangst wird die Angst so stark, dass sie gar nicht mehr fliegen. Dadurch können Probleme im Geschäft entstehen oder sie müssen auf lang erträumte Ferien im weiten Ausland verzichten.
Von Flugangst sind Menschen aus allen Schichten und Altersgruppen betroffen, Männer wie Frauen, manchmal auch Kinder. Oft leiden auch Vielflieger unter Aviophobie.

Dieses Themenfeld beschäftig mich schon sehr lange. Oft habe ich mir Gedanken darüber gemacht, woher diese Flugangst kommt und wie man sie eingrenzen könnte.
Die meisten Leute konnten mir keine Antwort darauf geben wie diese Angst entstand. Bei den meisten beginnt die Angst vor dem Fliegen auch erst am Flughafen selbst.

Wie also soll man damit umgehen?

Zuerst dachte ich an eine Umgestaltung der Flugzeuge. Jedoch, wurde mir nach Gesprächen mit einer Flugbegleiterin und einem Flugzeugmechaniker ziemlich schnell der Wind aus den Segeln genommen. Jede noch so kleine Schraube und Kleinteile benötigen hunderte von Lizenzen um für den Flugverkehr zugelassen zu werden. Daher werde ich wohl kaum als Privatperson die Möglichkeit bekommen, eine solche Aufgabe zu bewältigen.

Dennoch möchte ich mich dieser Frage annehmen, wie man Flugängstlichen das Reisen mit einem Flugzeug angenehmer gestalten könnte.
Die Angst entsteht sehr oft erst während des Wartens am Flughafen auf den Flug.

Laut der Studie von Fit-To-Fly leiden in dieser Wartegemeinschaft am Flughafen von 100 Personen ca. 33 Passagiere an Aviophobie. Das ist eine ganze Menge. Wie kann man also einen Flughafen und die verschieden Bereiche wie Check-In, Wartebereich, Gate angenehmer und angsthemmend gestalten?
Was sind die Dinge, die angsteinflössend wirken für Flugängstliche?
Kann man im Zusammenspiel von Farben, Licht, Materialien und Möbeln auf dem Weg zum Flugzeug die Angst lindern?

Wie müsste man die oben genannten Dinge einsetzten und verändern um unterbewusst die Aviophobie der Betroffenen zu schwächen während der „Normalflieger“ den Flughafen als ein originell und schön gestaltetes Gebäude wahrnimmt ?

Ich möchte während meiner Recherche auch Kontakte zu Psychologen herstellen die Aviophobie behandeln und herausfinden, was genau diese angsteinflössenden Dinge sein können. Im Gegensatz dazu möchte ich auch direkt betroffene Personen am Flughafen selbst befragen.
Ausserdem habe ich vor, eine Vor-Ort-Recherche zum Thema <Gestaltung von Flughäfen> durchzuführen. Anhand dieser Ergebnisse möchte ich dann ein Konzept entwickeln, dass untersucht wie für Fliegende die spezifischen Flughafenbereiche umgestalten werden könnten um Aviophobie einzudämmen.

Inhaltliche Beschreibung des Projektes

Ich möchte eine umfangreiche Recherche über den jetzigen Zustand verschiedener Flughäfen machen. Ausserdem werde ich Video- und Toninterviews mit Flugängstlichen durchführen. Zusätzliche werden Gespräche mit der Flugangstpsychologin Bettina Schindler von Fit-to-Fly geführt, sie wird mir auch die nötigen Kontaktdaten zu Menschen die unter Aviophobie leiden, geben.
Die Erkenntnisse daraus werde ich zusammenfassen und in Zusammenarbeit mit Flugängstlichen und Psychologen ein Konzept entwickeln, welches aufzeigt, wie man Wartebereiche in Flughäfen gestalten sollte um Aviophobie einzudämmen und somit das Fliegen für Flugängstliche angenehmer gestalten zu können.
Wenn der Flughafen Zürich mir positive Rückmeldung gibt, werde ich ausserdem Interviews in Gates und Wartebereiche durchführen und versuchen die Umgestaltung anhand dem Flughafen Zürich zu realisieren.

Vorgehensweise / Arbeitspakete

Ich beginne mit einer ersten neutralen Besichtigung des Flugahafens Zürich und Madrid. Als nächstes führe ich ein erstes Gespräch mit der Flugangstpsychologin Bettina Schindler. Weitere Schritte werden in dieser Reihenfolge beabsichtigt:

- Erste Interviews mit Betroffenen
- Ein oder zwei weitere Flughäfen besichtigen / dokumentieren
- Flughafen Zürich mit Erkenntnissen aus Interviews und Besichtigung konfrontieren
- Erste Konzepte entwickeln und einigen Flugängstlichen vorstellen / diskutieren
- Konzepte ggf. überarbeiten / Sicherheitsbestimmungen abklären
- Entwurf Flughafen Zürich AG vorstellen
- Umsetzung

Das wird alles schriftlich, video-, bild-, oder tontechnisch dokumentiert.

Mögliche Partner

Bettina Schindler (www.fit-to-fly.ch)
Flughafen Zürich
Betroffene der Aviophobie

Grober Zeitplan

November: Kontaktaufnahme und Gespräch mit Flugangstpsychologin Bettina Schindler
November / Dezember: Kontaktaufnahme mit Flughafen Zürich
Dezember / Januar 2013: Interviews mit Betroffenen, Auswertung, Rücksprache mit Fr. Schindler
Januar / Februar: Erste Ideen visualisieren, eventuelle Sponsoren (z.B. Vitra) ansprechen, Flughafen konfrontieren mit ersten Auswertungen und Ideen
Februar: Ideen konkretisieren, Vorschläge erarbeiten, Betroffenen vorstellen und Kritik umsetzen
März / April / Mai: Konkretere Ideen dem Flughafen und Sponsoren vorstellen, je nach Kritik Vorschläge verbessern oder ergänzen eventuell Modelle erstellen. Mit Betroffenen das Konzept testen und gegebenenfalls verändern.

Dann Umsetzung und zweite Testphase mit Betroffenen, Dokumentation und Präsentation