Über die Eigenfrequenz von Luftschlössern / steckbrief


Ästhetisch forschend befasse ich mich mit dem Imaginären: Mit Spekulationen, Luftschlössern und Entwürfen, mit den Produkten unserer Vorstellungskraft. Ich prüfe das Imaginäre als Antithese zum traditionellen Wissensbegriff und frage nach seiner Schnittstelle zur sozialen Aussenwelt. Gedanklicher Ansatz ist das Gemeingut: Lässt sich das Imaginäre vergemeinschaften?

Gemeinschaft – Etwas zu vergemeinschaften heisst, eine Ressource zu Gemeingut zu machen. Zu einem Gut also, das alle Mitglieder einer Gemeinschaft gemeinsam beanspruchen, nutzen und pflegen. Es heisst, gemeinschaftlich zu teilen. Teilen wir unsere Entwürfe von Wirklichkeit, erweitern wir den Raum dessen, was möglich ist.

Kontext – Über das Konkrete hinaus zu blicken, zu imaginieren ist wichtiger Bestandteil jedes Entwurfsprozesses. So erschliessen wir uns neue Handlungsmöglichkeiten. Wie teilen wir sie? Ästhetische Forschungsmethoden erprobend, reflektiere ich meine Rolle als Gestalterin im Kontext sozialer Interaktion.

Inhalt – Inwiefern lässt sich das Imaginäre, das Erdachte, das Vorgestellte vergemeinschaften? Diese Frage ist Basis, Triebfeder und Orientierungspunkt meiner Arbeit. Die Suche nach Antworten und Thesen führt mich rasch an die Grenzen dessen, was ich verbalsprachlich fassen kann. Wo ich mit Worten nicht weiterkomme, experimentiere ich mit Skizzen und Bildrecherchen. Werkzeuge, die ich sonst im gestalterischen Entwurfsprozess einsetze, nutze ich, um gewohnte Denkmuster zu identifizieren, sie zueinander in Bezug zu setzen und gezielt zu verändern. Die Analyse des so gesammelten Bildmaterials erlaubt es, die Metaphern, die gedanklichen Konzepte und die begrifflichen Dimensionen dahinter sichtbar zu machen und darauf aufbauend weiterzudenken. Im Anschluss an dieses eher suchende Vorgehen verknüpfe ich die vorliegenden Bruchstücke. Meine Überlegungen bündle ich in einem essayistischen Comic und verschaffe mir so einen narrativen Zugang zu konkreten Thesen. Um die gezogenen Schlüsse in einem Gesamtkontext zu verorten, führe ich eine Literaturrecherche durch und befrage Silke Helfrich in einem Experteninterview zum Thema Gemeingut. Abschliessend diskutiere ich die Ergebnisse und den durchlaufenen Forschungsprozess.

Produkt – Von der Forschungsarbeit bleibt ein Archiv aus Bildern, Skizzen, Texten, Begriffen, Metaphern, Thesen und Fragen. Auf dem Archiv will ich weiter aufbauen, sehe ich die Arbeit doch eher als Auftakt meiner Beschäftigung mit dem Thema, denn als Schluss-akkord. Die Ergebnisse sind online zugänglich.

Coaches – Anka Semmig, Dr. Yeboaa Ofosu

Dank – Anka Semmig und Dr. Yeboaa Ofosu danke ich für die engagierte Projektbetreuung. Für ihre Mitarbeit und ihr Interesse danke ich Johanna Mehrtens, Florian Bitterlin, Nathalie Fluri, Benedict Dackweiler, Julia Geiser, Markus Schmet, Adrian Demleitner und Dimitri Gerber. Ein weiterer Dank geht an Silke Helfrich für das geduldige Beantworten meiner Fragen. Für wertvolle Inputs danke ich Regine Halter, Ralf Neubauer und Mischa Schaub. Familie und Freunden danke ich für Rückhalt und Unterstützung.

Kontakt – eliane.gerber@hypewerk.ch