Die Copyright-Debatte durch ein Loch in der Scheuklappe 

Es ist völlig irrelevant, ob man Teil der Diskussion sein will oder nicht. Man wird. Die Sog-Wirkung der Copyright-Debatte ist derart stark, dass jegliche Auseinandersetzung mit der Musikindustrie unmöglich scheint, ist man nicht bereit, sie miteinzubeziehen.

Zu Beginn meiner Recherche hatte ich mir vorgenommen, die Fragen nach der Zukunft der Urheberrechts etc. lediglich zu überfliegen und mich mit dem Sammeln der wesentlichsten Fakten zu begnügen. Der Versuch einer Distanznahme resultierte aus dem Bewusstsein über die Komplexität. Die Fragestellungen laden ein, sich grauenhaft zu verlaufen, was während des Diploms nicht angestrebt werden sollte. Auch ein Mittelweg scheint nicht so recht befriedigend, da bei einer inkonsequenten Auseinandersetzung die Gefahr droht, Halbwissen anzusammeln. Dies kann insofern heimtückisch sein, als dass man beginnt, seine Argumentationsgebäude auf dem Boden dieses Halbwissens zu bauen. Im Dialog mit Laien kann das ohne Probleme funktionieren, in Anwesenheit eines Experten aber kann sich der Boden bald als Treibsand erweisen. Man macht dann die schmerzliche Erfahrung, sein Gebäude in sich zusammenstürzen zu sehen.

Ich versuchte mich also als (moderater) Scheuklappenträger, denn schliesslich bedingt mein Diplom kein umfassendes Verständnis, was SUISA-Gebührenverteilung etc. betrifft.

Wie gesagt aber schlugen sämtliche Versuche der Ausblendung fehl. Unabhängig davon, welchen Suchbegriff ich im Verlauf meiner Google-Recherche eingab…Am Ende landete ich thematisch immer am selben Ort. Bei der Copyright-Debatte. Neben ihrer Omnipräsenz ist sie emotional sehr aufgeladen, was ihr zusätzlich Brisanz verleiht. Es hatte schliesslich zur Folge, dass ich die Scheuklappen nach und nach mit kleinen Löchern versah, bis sie gänzlich überflüssig wurden und ich sie zur Seite legte. Mittlerweile setze ich mich aktiv damit auseinander und bemühe mich um einen Durchblick, der nicht der Taktik folgt, an unbequemen Faktoren vorbeizuschielen, sondern sie zu durchschauen. Nicht zuletzt bin ich mir auch der politischen Relevanz bewusst geworden. Und ihrer direkten Verbindung zur Jahresthematik Gemeinschaft.

Während meiner Suche stiess ich immer wieder auf sehr interessante Persönlichkeiten und Ansichten. Hier eine kleine Auswahl an Personen/Organisationen, die sich in der Copyright- Debatte aktiv engagieren und Stellung beziehen. Sie geben Einblick in die Standpunkte und bieten einen Einstieg in die Thematik. Einige von ihnen werden (hoffentlich) schon bald als Gastredner am Hyperwerk zu sehen/hören sein.


Berthold Seliger (Konzertveranstalter)

http://www.berliner-zeitung.de/medien/konzertveranstalter-berthold-seliger–blanker-anachronismus-,10809188,15002350.html

Kirby Ferguson (Filmemacher/Aktivist)

http://www.everythingisaremix.info/

Gerd Leonard (Media-Futurist)

http://kultpavillonblog.blogspot.ch/2012/12/gerd-leonhard-die-musikflatrate-ein.html

Digitale Allmend Schweiz

http://allmend.ch/uber-uns/verein/statuten/

David Bauer (78s, Schweizer Musik-Blog)

http://www.78s.ch/2012/02/11/spotify-stream-mir-das-lied-vom-tod/

The Future Of Music (Plattform)

http://futureofmusic.ch/de

Verein Musikschaffende Schweiz

http://musikschaffende.ch/statement

MIDEM (zugegeben…ziemlich popelig)

http://www.midem.com/en/programme/conferences/midem-academy/