Die fetten Jahre sind vorbei
Die Musikindustrie braucht Paradigmenwechsel. Ein Entwurf am Beispiel des Live- Events.

Provisorisches Abstract
Die Musikindustrie befindet sich mitten im Umbruch. Wie so manche Branche wurde auch sie von der Lawine der Veränderungen, die das Internet lostrat, überrollt und bekundet seither grosse Mühe, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Vorallem die Zukunft des Datenträgers, sprich des direkten Verkaufs von Musik (Copyright) bereitet ihr Sorge. Im Zuge der Digitalisierung brach er komplett ein. Damit geriet jene Einnahmequelle der Musiker ins Schwanken, auf die sich die Industrie (!) während den letzten 50 Jahren weitgehend stützte. Das Augenmerk richtet sich nun wieder vermehrt auf das Konzert und damit auf den Ort, wo sich Musiker und Zuschauer am nächsten sind, wo Musik gemeinsam er- und gelebt wird und starke emotionale Bindungen entstehen können. So ist auch die Bereitschaft zur bewussten Unterstützung einer Band an Konzerten oft am deutlichsten spürbar. Die Möglichkeit, dies zu tun, erschöpft sich momentan aber bereits im Bezahlen von Eintrittspreisen und den gängigen Merchandising-Produkten wie T-Shirts, Stofftaschen etc. Eine Bandbreite, die den Möglichkeiten und dem Stellenwert des Konzertes meines Erachtens nicht gerecht wird.

Welche alternativen Wege/Formen der Unterstützung lassen sich finden unter der Voraussetzung dieser physischen Zusammenkunft von Musiker und Publikum? Im Zentrum meines Interesses steht die Skizzierung ebensolcher Modelle und Methoden. Wichtig: Sie sollen sich an den Commons orientieren und nicht der Gewinnmaximierung dienen. Geldflüsse sollten wenn möglich eingedämmt oder gar vermieden, alternative Formen der Gegenleistung dagegen aktiv erforscht werden. Die neuen Formen der Unterstützung sollen darauf abzielen, dem Musiker weiterhin den Freiraum zu ermöglichen, um produzieren und live auftreten zu können, ohne dabei drauflegen zu müssen.  Dies bedingt auch, dass meinen Lösungsansätzen keine riesigen finanziellen Investitionen zugrunde liegen. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass sie für alle Bands umsetzbar bleiben. Die Entwürfe und Modelle sollen bei jungen Musikern den Mut fördern, das bestehende Finanzierungs-System grundsätzlich zu hinterfragen und selbst aktiv nach neuen (und unkonventionellen) Wegen zu suchen.