8.1.2013
SITTENBILDER // ABSTRACT #2

 

PROJEKT
Sittenbilder sind ordentlich gemalte Genredarstellungen des Alltags. Die bekanntesten Sittenbilder entstandem im 17. Jahrhundert, zum Beispiel die Genrebilder von Jan Vermeer . Die Bilder zeigen meistens Szenen aus dem Leben: Elegante Jagdszenen, Jahrmarktszenen, Bauernhochzeiten oder das simple Dorfleben der Bewohner. Sie beschreiben das Normale, das Unkonventionelle. Es wurden keine Grenzen überschritten, denn der Maler blieb immer in der Position des objektiven Betrachters.

Die Bedeutung der Sitte und des Sittenbilds hat sich verändert. Denn heute übernimmt der
“Maler“ eine aktive Rolle, er hinterfragt was vor sich geht und bringt dadurch eine kritische Ansicht mit ein. Und auch das „gemalte“ Sujet sieht sich als Schauspieler, das zu entstehende Portrait ist seine Bühne.
Und genau an diesem Punkt möchte ich meine Arbeit anknüpfen. Denn das Sittenbild braucht einen Bruch. Es soll zum einen kritisch hinterfragen, aber auch Fakten auf den Tisch legen. Mit dem Fokus auf junge Menschen, will ich insbesondere die verschiedenen Formen der Inszenierung und ihr Spiel mit dem Image erforschen. Ich will ihre Geschichte erzählen, ihnen die Chance geben, das Bild ihrer Generation mitzugestalten.

Es stellt sich daher die Frage: Inwiefern kann ich als Beobachter einer Gruppe von Menschen oder Individuen ein Sittenbild kreieren? Gibt es so etwas wie ein authentisches Sittenbild der heutigen Zeit? Ist dies heute überhaupt möglich? Wenn ja, wie könnte ein Solches aussehen?
Wie das Endprodukt aussehen wird, lasse ich zurzeit offen. Ich werde aber mein Projekt in mehrere Etappen aufteilen, es werden zwischen vier und sieben Teilprojekte entstehen. So kann ich meine Fragestellung von mehreren Seiten beleuchten. Diese Herangehensweise erlaubt mir auch mehr Spontanität und Flexibilität, um an die Jugendlichen heranzukommen und mich mit ihnen zu unterhalten und auseinanderzusetzen.

 

PARTNER
Zum einen habe ich mit Frau Ulla Patricia Autenrieth von der Universität Basel (Dipl. Sozialwissenschafterin) Kontakt aufgenommen. Sie wird mich als externe Coachin begleiten.
Ich bin zurzeit in der Umsetzung eines Magazins (Escargot Mag), das erstmals im Januar 2013 erscheinen wird. Dies sehe ich sowohl als Partnerschaft (da es in Zusammenarbeit mit Olivier Müller und Sebastian Kölliker entsteht) als auch als Teilprojekt meines Diplomvorhabens. Das Magazin zentriert in jeder Ausgabe eine junge Person aus Basel, die das Heft als Plattform zur Selbstinszenierung nutzen kann.

 

ZEITPLAN
Der nächste Schritt wird eine Teambildung sein. Recherche werde ich während des ganzen Jahres betreiben, doch der Schwerpunkt liegt bis Januar 2013. Dann werde ich eine erste konkrete Suche starten, Jugendliche ansprechen und portraitieren.
In der Zeit von Januar 2013 bis Mai 2013 werde ich hauptsächlich die Feldforschung betreiben, junge interessante Menschen suchen und Material für das Produkt sammeln. Konkret, ich setze das um, was im Sommer 2013 in Form gebracht werden soll. Und die letzte Phase meines Projekt ist die gestalterische Formfindung. Ich denke da in erster Linie an ein Printprodukt, möchte mich da aber noch nicht festlegen. Zudem werde ich fortlaufend alles dokumentieren. Ich ziehe auch in Betracht, einen Blog zu führen, eine Art “Facehunter“, eine Sammlung von Bildern, Illustrationen und Videos, die die  Thematik “Sittenbilder“ ergänzt und vervollständigt. Dies sind erste Ideen und Vorstellungen, die ich in einer gründlichen Recherche weiterentwickeln werde.