ERINNERUNGEN ENTSTEHEN

Der erste Tag im Museum mit den anderen 50 Künstlern war intensiv. Andrea und ich sind erschöpft. Aber auch glücklich. Wir waren heute damit beschäftigt, alles für den Siebdruck vorzubereiten. Denn morgen wollen wir in einem Siebdruckatelier in der Stadt unsere Bilder bedrucken. Nach mehreren Telefonaten und Mails haben wir jemanden gefunden, der sich bereiterklärt hat, uns beim Drucken zu helfen.
Konkret haben Andrea und ich acht Fotos gemacht, die zusammen als Serie funktionieren. Bedruckt werden die Bilder auf Plakate (ausschliesslich Demoplakate), die wir auf der Strasse gefunden haben und anschliessend auf Karton aufgezogen haben. Zusammengefügt zeigen die Bilder ein Quartier von Thessaloniki. Die einzelnen Fotos sind Selbstportraits von uns, entstanden in der Stadt.

Neben der Arbeit an den Bildern, unterhielten wir uns mit den anderen Künstlern im Museum. Obwohl man im selben Raum und relativ nahe beieinander ist, kamen wir bisher nur mit einzelnen Leuten ins Gespräch. Die meisten arbeiten für sich alleine. Andrea und ich sind die einizgen, die in einem Team arbeiten. Die paar Gespräche mit den Anderen, drehten sich oft um die politische Lage hier in Griechenland und ihr Wunsch, von hier weg zu gehen. Uns ist aufgefallen, dass die Krise im Land für viel Gesprächsstoff sorgt. Es sind zwar nicht unbedingt schöne Geschichten die man zu hören bekommt, trotzdem erhielten wir ein Gefühl, wie es ist für jungen Kunstschaffende in einem Land wie Griechenland zu leben. Sie müssen sich durchkämpfen, sind in einer Situation die sie traurig stimmt und sie denken an die Generationen nach ihnen, denn die sind es, die dann alles ausbaden müssen.

Morgen werden Andrea und ich weiterarbeiten und versuchen mit den Leuten (die selber sehr intensiv an ihren Sachen arbeiten) noch mehr in Kontakt zu treten. Wir wollen wissen, was für eine Erfahrung sie machen in diesem Workshop und ob sie so etwas in einem solchen Umfang schon mal gemacht haben.