21.12.2012
Schneeskulptur-Symposium Pontresina

Zum Thema Transitional Beauties haben Acht Teams aus allen Ecken der Welt in Pontresina Schneeskulpturen geschaffen. Eine vielfältige Skulpturlandschaft entstand nahe dem Fluss, welche Leute zum staunen, nachdenken und bewundern anregte. Es war eine sehr angenehme und gemeinschaftliche Atmosphäre unter den Teams, die alle mit Herzblut für die Sache selbst und die Liebe zur Kunst arbeiteten. Ein interessanter Austausch entstand über das Thema Wandel, Vergänglichkeit und Transformation. Unsere Skulptur heisst Fortschritt und der folgende Text wurde von mir als Beschreibung vorgetragen:

“Our Name of the Sculptur is “Fortschritt”. It doesn’t mean the often assumend sense of material or economical Progress, it means stepping forward. Stepping forward in to a humanity that leads a more tolerant and open-minded Life.

Our Theme refers to the present hype of the world ending, but for us every ending also is a new beginning.

The doors getting bigger symbolises the human evolution that sometimes occure in big leaps, everytime implicating a reorganising of the existing structures of society.

We hope that this hype also has something true and we can step forward into a cooperative and holistic way of Life.”

Diese Skulptur arbeitet mit der Symbolik des Tunnels oder anders betrachtet der offenen und grösser werdenden Türen. Durchgänge sind in Träumen und Ritualen ein wichtiges Symbol, da sie als Passage zu anderen Lebenswelten dienen. In meinem Diplom beschäftige ich mich unter anderem mit Initationsritualen. In unserer Gesellschaft sind solche Rituale jedoch vielerorts verlorengegangen. An ihrer Stelle entstehen dafür andere Formen, um diesen Übergangsprozess zu gestalten, wobei ich partizipative Festivals im heutigen Kontext als zeitgenössische Rituale deute.

Initationsrituale dienen als ein Übergangsakt von einer Lebensphase in die andere z.B. vom Jugendlichem zum Erwachsenen. In den meisten älteren Kulturen sind solche Übergangsrituale ein wichtiger und fester Bestandteil der Gemeinschaft. Sie haben in den verschiedensten Kulturen gemeinsam, dass die Teilnehmer alle auf das gleiche Level gestellt werden, Hierarchien und gängige Strukturen werden vollkommen aufgelöst. Ein solcher Zustand wird vom Ethnologen Victor Turner als Liminalität beschrieben. In diesem Raum lernen die Teilnehmer die Vielschichtigkeit von Symbolen kennen und erfahren im offenen kreativen Spiel mit diesen einen transformativen Prozess. Es wirkt wie ein Spiegel für die eigene innewohnende Kreativität.