21.12.2012
Diplomprojektbeschrieb Festival Nomad

 

Partizipative Kreativfestivals bergen für mich ein riesiges Potenzial, sehr schöpferische und vermittelnde Prozesse in Gang zu setzen.  Auf spielerische, offene und ungezwungene Weise entwickeln sich neue Formen des Zusammenspiels und Ideen für zukünftige Projekte entstehen. Menschen scheinen sich schneller auf Interaktionen und Spiele einzulassen, da die geschaffene Atmosphäre dazu einlädt. Doch wenn die Festivals vorüber sind, verflüchtigt sich wieder viel von dieser Einstellung und Grundhaltung Fremdes anzunehmen und zu begrüssen. Wie kann ich diese Grundhaltung nach dem Festival aufrechterhalten und diese Lücke zwischen den Festivals und dem Alltag überbrücken? Wie kann ich im öffentlichen Raum Situationen erschaffen, welche fremde Menschen auf eine spielerische Weise zur Interaktion anregen? Wie müssen solche Sitautionen gestaltet werden, damit die Hemmschwelle zur Teilnahme hinunter gesetzt wird? Welche Parameter muss ich beachten und kann ich mitgestalten? Wie wichtig ist die Animation und Motivation die von einer Kerngruppe ausgeht?

In diesem Jahr will ich mich nachbearbeitend mit den Festivals auseinandersetzten, die ich bereits besucht habe. Ich versuche durch diese Recherchearbeit verschiedene Parameter zu finden, die für spielerische Interaktionen, Lehr- und Lernprozesse förderlich sind. Diese Arbeit soll mir auch helfen die geeignetste Dokumentationsform zu finden. Auch nomadische Gemeinschaften und nomadische Denkansätze sollen Fokus meiner Recherche sein. Auf Grund meiner Erfahrungen und Ergebnissen versuche ich dann in einer Gruppe Situationen zu konzipieren, die im öffentlichen Raum erprobt und eingesetzt werden. Die Hauptaktion soll in Form einer nomadischen Gemeinschaft geschehen, in der eine Kerngruppe an verschiedenen Orten solche Interventionen im Raum gestaltet und versucht Passanten auf eine spielerische und freiwillige Weise mit einzubeziehen. Dies soll die Menschen auf der Strasse daran erinnern, dass sie selbst die Möglichkeit haben, ihren Alltag kreativ mit zu gestalten. Mit dieser nomadischen Gemeinschaft will ich auch Festivals besuchen und an diesen das gelernte Wissen anbieten und gleichzeitig wieder neue Inputs sammeln. So entsteht ein Feedbacksystem in dem verschiedene Parteien voneinander profitieren können und ein Austausch zwischen den Festivals und dem alltäglichen Leben stattfindet. Ein roter Faden in der inhaltlichen und gestalterischen Auseinandersetzung soll durch die Beschäftigung mit dem Thema Traum gezogen werden. In der Gruppe wird mit den individuellen Träumen gearbeitet und der luzide Traum geübt. Der Austausch untereinander lässt den individuellen Traum zu einem kollektiven Gut heranwachsen und gibt neue kreative Inputs in den Gestaltungsprozesses der Reise. Auch das kollektive Träumen einer Realität – im Sinne einer gemeinsamen Vision für die Zukunft – ist ein Themengebiet welches in die Gestaltung und Interpretation dieses Projektes einfliesst.

 

Dezember/Januar:   

Recherchearbeit, Nachbearbeitung besuchter Festivals, Hyperteam, Findung der besten Dokumentations- / Interpretationsform

12. Januar :   

Partizipativer Event mit Partner High End Audio Ritual

Februar – Mai:

Interventionsideen und Rahmenbedingungen gestalten, Planung der Route, erste Prototypen anwenden, Netzwerk aufbauen für Aktionsunterstüzung vor Ort, Festivalorganisation,

Juni

Nomadische Reise mit Kerngruppe

Juli

Festival, Nachbearbeitung

Mögliche Partner:   

Phönixfestival
Mondsucht
High End Audio Ritual
Festival ohne Namen
Bellastock