16.4.2013
MULHOUSE ARCHIVE PART 2 – ERSTE DETAILLIERTE SICHTUNG

Heute Vormittag habe ich eine erste vertiefende Sichtung der Archivmaterialien in Mulhouse vorgenommen. In Mitten von unzähligen Bundesordnern mit, mehr oder weniger akribisch, indexierten Übersichten von Archivmaterialien habe ich nach 5–8 filmischen Dokumenten gesucht, die wir bei einer möglichen Ausstellung am makershop in Mulhouse (23. bis 25. Mai 13) in Installationen zeigen können.

Gefunden habe ich sechs die Geschichte von Mulhouse dokumentierende Bewegtbildaufnahmen und zwei direkt mit der DMC in Verbindung stehende Objekte. Das freudige Gefühl über die gefundenen Zeitzeugen währte allerdings nur wenige Minuten. Bei der Konsultation des Archivpersonals für die Herausgabe der favorisierten Unterlagen hat mich dieses freundlich aber bestimmend auf verschiedene, den Prozess erschwerende, Umstände hingewiesen:

Ein grosser Anteil der im öffentlichen Archiv von Mulhouse verfügbaren Bild- und Tonträger sind Leihgaben von Dritten – so auch meine acht ausgewählten Zeitzeugen. Die Objekte können im Archiv zu Recherchezwecken konsultiert werden, dürfen allerdings dessen Räumlichkeiten nicht verlassen und ohne Einwilligung der Urheber, also der Leihgeber und unter Umständen weitere Personen, nicht im öffentlichen Raum gezeigt werden. Die Ausführungen des Personals widersprechen den Informationen von Frau Michelon, Direktorin der Archive, klar (siehe Gespräch vom 13.3.13). Sie hatte mir zugesichert, dass die Verwendung von allen Archivmaterialien ohne grössere Einschränkungen möglich sein wird. Erschwerend ist zudem, dass Frau Michelon bis kommende Woche in den Ferien weilen wird, mich nicht darüber in Kenntnis gesetzt hat und ihre Abwesenheit auch nicht mit einer Abwesenheitsmeldung ihres E-Mailposteingangs kund tut. Sie ist allerdings die einzige Person in den öffentlichen Archiven von Mulhouse welche Anfragen über die Verwendung von Leihgaben an die Leihgeber richten kann, respektive durch die Hierarchie der öffentlichen Systeme in Frankreich richten darf. Somit bin ich ab dem heutigen Tage auf die Gunst und Sympathie von Frau Michelon gegenüber meinem Projekt angewiesen – was mich aus den Erfahrungen der vergangenen Tage sehr beunruhigt.